Ständige Konferenz Spiel & Theater an Hochschulen 2021:

Von Kindheitskonstruktionen bis Lehrplangestaltung 

Die Ständige Konferenz Spiel & Theater an Hochschulen wird in diesem Jahr von der Abteilung Darstellendes Spiel, Theater, Performance der Europa-Universität Flensburg in einem Onlineformat ausgerichtet, in Kooperation mit der LAG Spiel & Theater e.V. in Schleswig-Holstein und der Theaterschule Flensburg. Unter der Überschrift „Theater in der Grundschule“ möchten wir Kolleg*innen anderer Hochschulen, aber auch Theaterlehrer*innen und andere Theaterschaffende (aus der schulischen und außerschulischen Praxis) einladen, sich zu diesem Thema auszutauschen. 

 

In den letzten Jahren gab es vielerorts vielfältige Bemühungen, Theater in der Grundschule als eigenständiges Fach zu verankern. Einzig im Bundesland Hamburg ist dies bislang gelungen.Die Tagung widmet sich der Implementierung von Theaterarbeit an Grundschulen und rückt dabei auch ‚das Bild vom Kind‘ in den Fokus.  Auf welche Kindheitsbilder wird in der Theaterarbeit mit Kindern zurückgegriffen? Inwiefern ist die Theaterarbeit an der Konstruktion von Kindheit beteiligt? Darüber hinaus geht es um Fachdiskurse, curriculare Fragen und Formen der Zusammenarbeit: Wie, von und mit wem sollen die Diskurse geführt werden? Wie können Curricula gedacht und gestaltet werden? Welche Erfahrungen hinsichtlich der Kooperation zwischen Schule und Theater gibt es bereits? Was ist für die Ausgestaltung von Kooperationen relevant? 

 

Die Tagung richtet sich an Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen mit und ohne Bezüge zur Grundschule. Das Programm greift Projekte auf, lädt zur ‚Bestandsaufnahme‘ ein, blickt auf Kooperationen, möchte Gespräche initiieren und neuen Sichtweisen Raum geben. Gerade die Pluralität der Perspektiven soll die Diskurse bereichern und neue Denkräume eröffnen. Dazu wechseln sich verschiedene Formate ab. Gemeinsam ist diesen Formaten, dass die Inputs stets als Auftakt zu einem gemeinsamen Diskurs zu verstehen sind. 

 

Ding dang dong dung. Überlegungen zum Theater in der Grundschule.

Elise von Bernstorff

In ihrem Vortrag beschreibt Elise v. Bersntorff zwölf Haltungen, die in ihrer eigenen künstlerischen und forschenden Arbeit mit Kindern relevant geworden sind, und fragt danach, welche Handlungs- und Erfahrungsspielräume aus diesen heraus erschlossen werden.

"Zwischen Leistungsorientierung und Spiel"

Theater in der Grundschule am Bsp. des Modelprojektes in der Ev. Grundschule Friedrichshain

Larissa Gorn, Ute Schlegel-Pinkert

Larissa Gorn und Ute Schlegel-Pinkert berichten vom Aufbauprozess des Theaterprofils an der evangleischen Schule in Friedrichshain. Larissa Gorn geht dabei auf die Konzeption und die Umsetzung in den ersten fünf Jahren des Aufbaus ein; sie beschreibt die Phasen und Meilensteine, sowie die Arbeit mit den KollegInnen vor Ort. Es wird das Spannungsfeld deutlich zwischen Theaterunterricht als Ort der Spielfreude und Selbstentdeckungen und Theaterunterricht als Ort der Kompetenzvermittlung. Unterrichtsdisziplin und schöpferischer Flow sind dabei komplex miteinander verbunden, können Hand in Hand einander zuarbeiten, sich aber auch behindern und zu großem Frust bei allen Beteiligten führen. Diese Theaterpraxis betrachtet Ute Schlegel-Pinkert als Prozessbegleiterin dann noch einmal vor dem Hintergrund einer kulturtheoretischen Sicht auf Performance und Spiel. Was heißt es, im Leistungssystem der Schule zu spielen?